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  • Theresa Octavia Birkner

Der schwäbische Indianer: Eine Einführung zum Thema "Supplier Diversity"



„Ich bin zur Hälfte Indianer!“, pflegte ein Freund meines Großvaters zu sagen.

An manchen Sonntagen meiner Kindheit fuhr der goldene Benz von Hubert „Hubi“ Moser vor, im Gepäck ein Kasten Bier für die Erwachsenen, und manchmal Brausestangen für mich. Hubi war ein massiger Hüne von etwa 1,90 Meter und von der Arbeit auf seinem Hof braun gebrannt.

Seine schwarzen (langen!) Haare trug er oft in einem oder zwei geflochtenen Zöpfen. Doch seine Heimat Sindelfingen war von den Great Planes ungefähr so weit entfernt wie das Hofbräuhaus in New York vom Münchner Original am Platzl. Doch ungeachtet dessen, war der „Indianer“ von der Alb eine überregional bekannte Größe. Sein Landmaschinenverleih florierte mit Sicherheit auch deshalb so außerordentlich, weil er ein Typ mit Wiedererkennungswert war. (Mehr dazu im vorherigen Blogbeitrag.)


Nun springen wir 20 Jahre in die Zukunft, es ist das Jahr 2020. Neben einer globalen Pandemie ist ein weiteres großes Thema diskursbestimmend. Die Frage nach Chancengerechtigkeit im Hinblick auf ethnische Zugehörigkeit. Unsichtbares wird sichtbar und unangenehme Fragen werden in diesem Zuge gestellt. Für Menschen in kreativen Berufen ist klar: All das hat Auswirkungen auf die Art, wie wir künftig kommunizieren. Wie wir Strategien entwickeln und wie wir Produkte gestalten.



„Der Indianer von der Alb“


Würde der selige Hubi heute zu mir kommen und eine Strategie für sein Unternehmen wollen, hätten wir sicherlich unterschiedliche Ansichten, wie vorzugehen ist.

Ich müsste Hubi erklären, dass sein stärkstes Asset, „Der Indianer von der Alb“, nicht (mehr) politisch korrekt ist und wir uns auf andere Vorzüge seines Unternehmens konzentrieren müssen.

Aber hier kommt die gute Nachricht: Wenn ein Unternehmen das bietet, was es verspricht, dann kann die Qualität der Marke immer über diesen Mehrwert transportiert werden. Je mehr Herzblut, Substanz und Know-how in einem Unternehmen zu finden ist,

umso runder wird das Storytelling, das wir als Agentur für die Designstrategie entwickeln.


Hätte man bei dem Freund meines Großvaters über das Indianer Gleichnis hinaus weiter recherchiert, wäre einem zum Beispiel aufgefallen, dass seine (4!) Töchter alle im Betrieb mitarbeiten und er eine international zusammengewürfelte Truppe aus Mitarbeitern und Zulieferern vorweisen konnte.



„Supplier Diversity - The Origins“


Dies heißt im modernen Fachjargon „Supplier Diversity“.

Man merkt, dass es etwas Neues ist, weil der Google Bot kaum deutschsprachige Seiten dazu listet. Hinter diesem wohlklingenden Ausdruck verbirgt sich das Bestreben von Firmen, ihre Kooperationspartner, Mitarbeiter und Zulieferer nach Gesichtspunkten auszuwählen, die mit einer bestimmten Auffassung von Diversität konform sind.


Das Unternehmen Dell beschreibt das zum Beispiel so: „Dell ist bestrebt, über eine Lieferbasis zu verfügen, die die vielfältige Kundenbasis des Unternehmens widerspiegelt. Wir sind auf die Beiträge von Unternehmen angewiesen, die sich im Besitz von Einzelpersonen mit vielfältigen Hintergründen befinden, um das beste Produkt mit dem größten Wert auf einem immer vielfältigeren Markt bereitzustellen. Vielfältige Lieferanten, die kreative Produkt- und Servicelösungen anbieten, haben einen positiven Einfluss auf unsere Kundenbeziehungen, die Geschäftswelt und die Bevölkerung insgesamt.“


Mit neuen gesellschaftlichen Umwälzungen entstehen neue Begriffe, entsteht neues Bewusstsein. Hubert Moser hat das Prinzip der Supplier Diversity bereits vor über 20 Jahren umgesetzt und sich gleichzeitig „Indianer“ genannt.

Ich denke dieses Beispiel zeigt, dass es im echten Leben nicht immer wie am Reißbrett zugeht und echte Menschen keine glattgebügelten Business Testimonials sind.

In jedem Fall lohnt es sich, sich gemeinsam mit dem Kunden auf Entdeckungstour zu begeben und die Schätze des Unternehmens zu heben. „Supplier Diversity“ ist einer von vielen Mehrwerten, haben Sie Ihren schon gefunden?



Herzliche Grüße & frohes Schaffen,

Theresa Octavia Birkner

Geschäftsführung INFOSTORY





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